
Links und Infos zu Produzenten, Heurigen und touristischen Angeboten im Mostviertel
Der Birnmost:
3. Art des Erzeugnisses (lt.Liste):
Birnenwein (Anhang I Kapitel 22 EGV)
4. Beschreibung des Erzeugnisses:
(Zusammenfassung der Angaben gemäß Artikel 4 Absatz 2)
4.1. Name: „Mostviertler Birnmost“
4.2. Beschreibung:
"Mostviertler Birnmost" wird durch Fassgärung des aus Mostbirnen gewonnenen Presssafts hergestellt. Er ist vollständig durchgegoren, klar, ohne jegliche Trübung und weist je nach verwendeter Mostbirnensorte eine rötlichgelbe, goldgelbe, hellgelbe bis grünlichgelbe Färbung auf. Charakteristisch für Mostviertler Birnmost ist der fruchtige, reintönige Geschmack von Mostbirnen. Die Basis für die Mostproduktion bilden Mostbirnen, das sind Birnensorten, die sich aufgrund ihres adstringierenden Phenolgehalts nicht zu Speisezwecken eignen.
4.3. Geographisches Gebiet:
Der Name "Mostviertel" ist weder eine amtliche noch eine kartographische Bezeichnung, sondern ein traditioneller geographischer Begriff, der sich für den südöstlichen Teil des Bundeslandes Niederösterreich, nämlich das Viertel ober dem Wienerwald durchgesetzt hat, in dem dem Most wirtschaftlich und traditionellerweise eine große Bedeutung zukommt. Das für die Mostbirnbäume hervorragend geeignete Gebiet wird allgemein als von der Donau bis zu den Alpen und von der Enns bis inklusive zum Wienerwald reichend verstanden. Das entspricht in etwa den Bezirken Amstetten, Scheibbs, Melk, Lilienfeld, Tulln, St. Pölten-Land und Wien-Umgebung (vgl. Anlage).
Das Gebiet entspricht dem niederösterreichischen Teil der Molasse- und Flyschzone. Die Böden sind vorwiegend Braunerden und Braunlehme. Sie zeichnen sich durch eine entsprechende Tiefgründigkeit aus, das Klima durch hohe Niederschlagszahlen (ca. 800-1500 mm/Jahr) und eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Alle Rohstoffe und Produktionsschritte stammen bzw. erfolgen in dem angegebenen geographischen Gebiet, lediglich die Abfüllung kann gegebenenfalls außerhalb dieses Gebietes vorgenommen werden.
4.4. Ursprungsnachweis:
Die erste Nennung von Birnmost in der Region Mostviertel erfolgte durch den Minnesänger Neidhart von Reuenthal um 1240. Weitere Belege für die große Bedeutung der Birnmostproduktion im Mostviertel in den folgenden Jahrhunderten finden sich im Anhang. Ein Großteil der heute sehr ertragreichen Mostbirnbäume ist ca. 100-150 Jahre alt. Seit Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts zeichnet sich im Mostviertel ein erneuter Aufschwung der wirtschaftlichen Nutzung der Mostbirnen ab. Zur Zeit wird rund ein Drittel der Mostbirnenproduktion von ca. 1000 bäuerlichen Betrieben zu Mostviertler Birnmost verarbeitet.
4.5. Gewinnungsverfahren:
"Mostviertler Birnmost" ist ein traditionell bäuerlich hergestellter Birnenwein, dem im Gegensatz zur Herstellungsweise in anderen Gebieten kein Fruchtsaftkonzentrat oder Apfelsaft zugesetzt werden darf.
Die Mostbirnen werden frisch geerntet, also als Fallobst händisch oder mittels Obstklaubmaschinen aufgelesen, gewaschen und dann zerkleinert. Die so erhaltene Maische wird zur Saftgewinnung gekeltert. Der Saft wird wenn nötig entschleimt und durch Zugabe von Reinzuchthefe zu einer gezielten, reintönigen Gärung in Holz-, Kunststoff- oder Nirofässern gebracht. Die Gärdauer beträgt max. 3 – 6 Wochen um das Entstehen von Mostfehlern (Fehlgeschmack) zu verhindern. Nach dem Gärende wird der Most so rasch wie möglich vom Geläger (abgestorbene Hefe u. max. kleine Fruchtteilchen) abgezogen.
Anschließend wird der "Mostviertler Birnmost" durch Schwefelung, Schönung mit Gelatinen oder Bentoniten, Zusatz von Apfel-, Milch- oder Zitronensäure, Aufzuckerung und Filtration so behandelt, dass ein haltbares, dem Österreichischen Weingesetz entsprechendes Produkt entsteht (vgl. F. Villforth, 1954: S. 11ff. Anlage zu Punkt 4.5).
Als „Mostviertler Birnmost“ darf nur der Most bezeichnet werden, der mit dem Mostgütesiegel (vgl. Pkt. 4.9) prämiert wurde.
4.6. Zusammenhang mit geographischem Gebiet:
Im Mostviertel herrschen optimale Bedingungen für den Mostbirnenbau. Das Klima ist feucht genug und nicht zu warm, bei gleichzeitig optimaler Tiefgründigkeit und Fruchtbarkeit der Böden (vgl. Bodenanalysen und Temperaturtabellen im Anhang). Dies ist wichtig für die Qualität der Mostbirnen, so dass sie ausreichend Säure (min. 5 o / oo pro Liter) und Gerbstoff in ihren Früchten aufbauen, zwei wichtige Inhaltsstoffe, die für den Geschmack und die Haltbarkeit des Birnenmosts ausschlaggebend sind.
Der "Mostviertler Birnmost" wird aus traditionell im Mostviertel angepflanzten Mostbirnensorten hergestellt. Diese Mostbirnen verleihen dem Birnenmost seinen charakteristischen, fruchtigen Geschmack und sein volles Aroma, gepaart mit der typischen Säure und Adstringenz. Durch das Fehlen der Äpfel unterscheidet sich der Mostviertler Birnmost auch geschmacklich von den Mosten oder Cidres anderer Regionen.
Durch die Nutzung der alten Birnbäume werden diese und ihre Abkömmlinge als Ausdruck einer sehr umweltschonenden, extensiven und traditionell verwurzelten bäuerlichen Wirtschaftsform auch in Zukunft erhalten. Nur durch diese wirtschaftliche Nutzung kann der Birnbaum als landschaftsbildprägendes "Wahrzeichen des Mostviertels" auch in Zukunft stabilisiert und als touristisches Aushängeschild des Mostviertels weiterhin auch indirekt genutzt werden (z.B. intensive Bewerbung der Birnbaumblüte Ende April - "Das Viertel blüht").
4.7. Kontrolleinrichtung:
Name: Der Landeshauptmann von Niederösterreich
Anschrift: Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten
4.8. Etikettierung: 
Die Bezeichnung g.g.A. wird im selben Stil hinzugefügt.
4.9. Einzelstaatliche Rechtsvorschriften:
Mostviertler Birnmost" ist ein traditionell bäuerlich hergestellter Birnenwein, dem einerseits die Produktionskriterien für Obstwein lt. Österreichischem Weingesetz BGBl. I 141/1999, § 40 und andererseits die Kriterien zur Verleihung des "Mostgütesiegels" zugrunde liegen (vgl. BGBl. I 141/1999. Anlage zu Punkt 4.9). Einschränkend gegenüber dem "Obstwein" lt. Österr. Weingesetz ist anzumerken, dass bei der Produktion von "Mostviertler Birnmost" im Gegensatz zur Cidre-Produktion kein Fruchtsaftkonzentrat verwendet werden darf. Weiters muss der Birnmost bei der blinden, sensorischen Prüfung geschulter Verkoster der NÖ Landeslandwirtschaftskammer zur Mostgütesiegel-Verleihung positiv abschneiden. Bei dieser Prüfung werden Farbe, Geruch, Geschmack und Harmonie des Produkts beurteilt.

Unter diesen Adressen finden Sie Infos zu Produzenten, Heurigen und touristischen Angeboten im Mostviertel
Tourismusinfo Mostviertel
www.mostviertel.info
Touristische Informationen zur Moststraße und Bezugsquellen für Most (Ab Hof, Heurige, Mostwirte)
www.moststrasse.at
Alle Heurige im Mostviertel
www.mostheurige.com
Rezepte mit Most (verfügbar ab Mitte Mai 2005)
www.mostrezepte.at
Genussregion Niederösterreich
http://www.genuss-region.at
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