Spätzünder mit Ausdauer

Voller Elan und sportlich-aktiv bis ins hohe Alter

Früher war Ferdinand Buder aus Gaming en rasanter Skifahrer. Mit vierzig entdeckte er das Langlaufen. Und heute, mit 85 Jahren, ist er bei jedem Langlaufcup dabei.

„Die Leut´ sagen immer, Ferdinand, du hast halt gute Gene. Aber so einfach ist das nicht!“ Ferdinand Buder, Senioren-Weltmeister in der Staffel und mehrfacher Staats- und Landesmeister, feiert am 13. Dezember 2016 seinen 86. Geburtstag. Die Redewendung „fit wie ein Turnschuh“ scheint wie für ihn gemacht.

Disziplin und Ausdauer ist die halbe Miete

„Ich habe immer ordentlich und diszipliniert trainiert, im Sommer wie im Winter. Sonst wär´ ich nicht so gesund und hätte nicht so viel Ausdauer.“ Natürlich zwickt es heute schon öfters da und dort und läuft nicht mehr so geschmiert wie einst. Doch anstelle der Leistung im Wettkampf geht es ihm jetzt mehr um das Erlebnis in der Natur. Der leidenschaftliche Sportler macht einfach immer noch gern Bewegung, zum Beispiel am Ötscher, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen des Mostviertels. Auch auf den Dürrenstein geht er und natürlich auf die Gemeindealpe Mitterbach.

Beste Koordination auf den Kletterwänden, wie in der eigenen Westentasche

„Auf Klettersteigen bin ich immer gern unterwegs gewesen, das ist ein gutes Koordinationstraining.“ Auch wenn Buder jetzt gemütlicher angeht, ist das Klettern eine seiner liebsten Sommerbeschäftigungen geblieben. Nach wie vor taugt ihm auch das Fahren auf dem Ski-Roller, nicht nur als Vorbereitung für das winterliche Langlaufen. „Nur Radfahren tu ich nicht so gern, das kann ich nicht gescheit.“ Laufen wiederum kann er ordentlich, sogar bei Halbmarathons war er schon dabei.
Mit dem Langlaufen kam der Gaminger eigentlich erst spät in Berührung. „Ich war ein begeisterter Alpinskifahrer und bin gern und schnell die Hänge hinuntergefahren. Auch bin ich viele Skitouren gegangen. Dann, so um 1978 oder auch 1980 herum, hat mich ein Freund zum Langlaufen mitgenommen. Dabei habe ich mich recht geschickt angestellt. „Aus Neugier wurde eine Passion. Fortan blieben die Abfahrtsski zugunsten der schmalen Langlaufbrettln im Eck stehen.

Jede freie Minute auf den Langlaufskiern

Sein Talent sah er als Grundlage für echtes Können. Buder wurde vom sportlichen Ehrgeiz gepackt. Er verbesserte ständig seine Technik und begann, an Wettbewerben teilzunehmen. Wann immer es ihm sein Beruf als Installateur gestattete, trainierte er – eisern, und abends mit Stirnlampe. Was sagte denn seine Frau Susi dazu? „Naja, ganz glücklich war sie nicht immer damit.“ Aber sie hat trotzdem stets zu ihm gehalten. Im Vorjahr hat das Paar Goldene Hochzeit gefeiert.

Mythos des Mostviertels

Die rund 35 Jahre seiner Langlaufkarriere machten Ferdinand Buder zum Mythos im Mostviertel. Er hat jede Menge Auszeichnungen, Ehrungen, Pokale und Medaillen erhalten. Zunächst im klassischen Stil laufend, wechselt er schließlich zum Skaten. Er wurde Seniorenweltmeister mit der Mannschaft bei der WM in Kanada 2002 und Vize-Seniorenweltmeister mit der Staffel bei der WM 2006. Auch für seinen Heimatverein, den SK Lackenhof, fuhr er viele Siege ein. Seit der Eisenstraße-Langlaufcup besteht, ist Buder auf allen vier Loipen zu finden. Auf der Seeaufloipe in Lunz am See, im Langlaufzentrum Hochreit in Göstling an der Ybbs, beim Langlauftreff Prolling in Ybbsitz und bei sich in Gaming, in der Langlaufregion Lackenhof am Ötscher. Wo es ihm am besten gefällt? „Überall, das sind alles wunderbare Loipen.“

Jugend muss motiviert werden für den Wintersport

Etwas Sorge bereitet dem rüstigen Pensionisten allerdings, dass der Schnee immer knapper wird. Außerdem bleibe der Nachwuchs für seinen geliebten Sport aus: „Es müsste in der Schule mehr dafür getan werden, so wie früher. Langlaufen ist doch gut für die Ausdauer.“ Die Jugend hätte heute andere Vorlieben als Wintersport, also müsse man sie eben wieder motivieren. Zum Beispiel, indem man sie Ferdinand Buder zuschauen lässt, wie er trotz der Langlaufloipen in Lackenhof am Ötscher seine eigene Spur legt. Dabei dreht er mehrere einsame Runden. Ist die frische Spur dann gut eingefahren, kommen immer mehr Läuferinnen und Läufer dazu. So entsteht eine belebte Loipe. Ansteckend eben.

Von Barbara Freitag

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