Dunkelsteiner Hagebutte

In der Region Dunkelsteinerwald präsentiert sich die Wildrose nicht nur von ihrer blühenden, sondern auch kulinarischen Seite.

Die zarten Blüten der Wildrose verwandeln sich im Herbst in dunkelrote Hagebutten. Im Dunkelsteinerwald, wo sie so häufig anzutreffen sind wie in kaum einer anderen Region, hat man sich ihrer besonders angenommen und zu zahlreichen Spezialitäten veredelt.

Gut 12 verschiedene Wildrosensorten sind seit Jahrhunderten im Dunkelsteinerwald, der Region zwischen den Städten Melk und St. Pölten, heimisch. Neben Waldrändern und Böschungen ziert sie mittlerweile auch Ortskerne und Gärten und zunehmend auch die Speisekarte der regionalen Wirtshäuser. Nach der Blüte von Mai bis Mitte Juli bilden sich nämlich die Früchte der Wildrosen: die Vitamin-C-reichen Hagebutten, die im Herbst geerntet und im regionalen Dialekt „Hetscherln“ genannt werden.

Schonend verarbeitet

Ab Mitte Oktober wird die Dunkelsteiner Hagebutte in kleinstrukturierten Betrieben in der Region gesammelt, verlesen und weiterverarbeitet – großteils in Handarbeit. Bei der Verarbeitung zu Hagebuttenmark wird in der Region eine eigene, sehr schonende Methode angewandt: Die Früchte werden nicht gekocht, sondern in warmen Wasser eingeweicht und anschließend passiert.

Vielfältiges Früchtchen

Hagebutten-Expertin und ideenreiche Vorreiterin in der Region ist Herta Falkensteiner, die Hirschenwirtin aus Nölling. Bei ihr lässt sich auch schmecken, zu welcher Vielfalt die Hetscherln fähig sind: Die Früchte können zu Mus, Marmeladen, Edelbrand, Likör, Fruchtsaft und Aufgussgetränken verarbeitet werden, lassen sich aber auch in der Fleischverarbeitung, in Mehlspeisen, Teigwaren, Honig, Schokolade und Fruchtwein veredeln.